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Telefonanbieter News

Ist das Festnetz bald überflüssig?

Datum: 12.11.2012

Mobil zu telefonieren, sei so einfach wie Zuhause, so besagt es der Slogan von Viag Interkom, dessen Nachfolger O2 ist. Es war im Jahr 1999 als Viag Interkom den Tarif Genion anbot, der bis 2009 existierte. Das Angebot umfasste eine Kombination aus Festnetz- und Mobilfunkanschluss. Andere Mobilfunkanbieter folgten Viag Interkom und bieten nun ebenfalls derartige Telefontarife an, bei dem der Kunde zusätzlich zu seiner mobilen Nummer über eine Festnetznummer erreichbar ist. Mit diesen Angeboten soll das Wachstum des Mobilfunkmarktes angekurbelt werden und die Festnetzkunden dazu verleiten, mehr Gespräche mit dem Handy zu führen. Diese Maßnahme hat Erfolg, das ist aus dem jährlichen Bericht der Bundesnetzagentur für das Jahr 2011 ersichtlich. Dieser besagt, dass die Anzahl der Gesprächsminuten, die über den Mobilfunk geführt wurden, von 43 Milliarden im Jahr 2005 auf über 107 Milliarden in 2011 anstiegen. Dagegen wurden in 2005 198 Milliarden Gesprächsminuten, die aus dem Festnetz geführt wurden, gezählt. Im Jahr 2011 waren es nur noch 192 Milliarden Minuten.

Der Festnetzanschluss soll nach den Wünschen der Netzbetreiber, u. a. mit der Einführung des Mobilfunkstandards LTE, zukünftig überflüssig werden. E-Plus z. B. lockt mit einer Festnetznummer ohne Aufpreis, andere Mobilfunkanbieter werben mit einer geringen zusätzlichen Gebühr von fünf Euro. Der Nachteil: Die Erreichbarkeit über das Festnetz ist auf die Homezone beschränkt. Ob man aufgrund der neuen Möglichkeiten deshalb gleich seinen Festnetzanschluss abmeldet oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Zu bedenken ist, dass die von den Internet- und Telefonanbietern angebotenen Komplettpakete, die jeweils eine Internet- und Festnetzflatrate enthalten, mit Tarifen ab 20 Euro monatlich sehr günstig sind. Der Vorteil der Internetflatrate zu den mobilen Angeboten liegt darin, dass die mobilen Flats einer Datenbegrenzung unterliegen und die Geschwindigkeit bei ßberschreiten dieser stark gedrosselt wird. Für die Beibehaltung des Festnetzanschlusses spricht ebenfalls die häufige ßberlastung der UMTS-Netze.