Es war ja nicht anders zu erwarten, die Breitbandstrategie der Bundesregierung wurde nicht erfüllt. Zwar versuchen die 50 Megabit pro Sekunde verzweifelt flächendeckend das Netz zu erobern, doch die Zahlen, die veröffentlicht wurden, zeigen wieder einmal, dass vom Schreibtisch in Berlin nicht landesweit geplant werden kann.
Dabei war alles so einfach durchdacht. Kurzfristig sollte die Breitbandstrategie Wirkung zeigen und flächendeckend in der Republik mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabits je Sekunde, gerne auch mehr, verfügbar sein. Doch damit nicht genug, etwa drei Viertel der Haushalte sollten bis 2014 darüber verfügen können. Drei Viertel, das hört sich nicht viel an, doch bei etwa 40 Millionen Haushalten sind das immerhin 30 Millionen, die vom schnellen DSL profitieren sollen. Da stellen sich doch die Fragen, wer soll das bewerkstelligen und bezahlen?
Die Roland-Berger-Studie zeigt auf, dass im ersten Halbjahr nur 480.000 Haushalte abgedeckt wurden, das wären Ende des Jahres 2014 etwa 19 Millionen Haushalte. Zu wenig für die geplante Breitbandstrategie der Bundesregierung. Fast flächendeckend gibt es lediglich 1-Mbit-Leitungen, mit denen niemand so recht etwas anfangen kann. Doch für die Bundesregierung sind auch Ein-Megabit-Leitungen bereits ein Breitbandanschluss.
Dabei sind doch die Telefonanbieter schon schwer gebeutelt. Es sind nicht nur die Schlagzeilen, die sich um Probleme mit dem Festnetz und den Telefonanschluss beschäftigen, jetzt messen Kunden auch noch die DSL-Geschwindigkeit und ziehen vor Gericht. So auch ein Kunde, der das Amtsgericht in Fürth damit beschäftigte. Der Kunde hatte einen Vertrag für einen schnellen DSL-Anschluss von 16.000 Kbit/s abgeschlossen. Doch die Leitung erreichte gerade einmal ein Viertel der Geschwindigkeit und nachdem der Provider nicht nachbessern konnte, oder wollte, zog der Kunde vor Gericht. Gemäß dem Urteil des Amtsgerichts Fürth (Az. 340 C 3088/08) muss sich der Kunde nicht mehr an den Vertrag halten und kann einen DSL-Preisvergleich vornehmen und den Provider wechseln.
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